„Geschichte des deutschen Journalismus“

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Prutz
Als erste theoretische Beschreibung des Journalismus gilt die Monographie „Geschichte des deutschen Journalismus“ von Robert Eduard Prutz (1816-1872) aus dem Jahr 1845, in der erstmals der Journalismus an sich im Mittelpunkt des Interesses stand.

Prutz, der eigentlich Schriftsteller und Literaturhistoriker war, verstand den Journalismus als Wortführer und Dokumentar der Zeitgespräche einer in sich widersprüchlichen Gesellschaft. „Der Journalismus (…) stellt sich als das Selbstgespräch dar, welches die Zeit über sich selber führt. Es ist die tägliche Selbstkritik, welcher die Zeit ihren eigenen Inhalt unterwirft.“ ( Löffelholz, 2004, 34)

Journalismus als kritische Reflexion der Gesellschaft also.

Prutz reduzierte Journalismus nicht auf die individuellen Dispositionen und Aktivitäten von Journalisten, sondern sah ihn als einen in sich differenzierten Bereich, der bestimmte, gesellschaftliche Aufgaben erfüllt. Damit erkannte Prutz schon früh die Bedeutung des Zusammenhangs und der Wechselseitigkeit von Journalismus und anderen gesellschaftlichen Bereichen.

Oder wie Rühl es 1992 formulierte: „Durch das Werkzeug des Journalismus wird das demokratische Prinzip Wirklichkeit.“


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Bildquelle: http://www.infoamerica.org/teoria/prutz1.htm


Literatur:

Löffelholz, Martin. 2004. Theorien des Journalismus. Eine historische, metatheoretische und synoptische Einführung. In: Löffelholz, Martin (Hrsg.) Theorien des Journalismus. Ein diskursives Handbuch. 2. Auflage. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. 17-63.

(Reers)

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