Autobiografie Luhmanns

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Niklaus Luhmann

Niklas Luhmann (1927-1998) Foto: Archiv Lünerburger Landeszeitung Quelle:http://www.fh-lueneburg.de/u1/gym03/homepage/chronik/luhmann/luhmann.htm#leben

Autobiografie


Niklas Luhmann wurde 1927 als Sohn eines Brauereibesitzers in Lüneburg geboren. Nach dem Jurastudium 1946-49 trat er in den höheren Verwaltungsdienst ein. Diese Tätigkeit, die ihn in intensiver Form mit der Funktionsweise und der Arbeitslogik von Organisationen vertraut machte, wird nach Frank Becker und Elke Reinhard-Becker als biografischer Auslöser für das besondere Interesse an einem „systemischen“ Denken interpretiert. Das abstrakte Nachdenken über Organisationen und ihre Arbeitsweise hat nach ihnen Luhmann mit einer gewissen Folgerichtigkeit zur theoretischen Soziologie geführt. Ein Studienaufenthalt 1960/61 in Harvard bei Talcott Parsons, einem der Vertreter des systemtheoretischen Denkens, leitete die akademische Karriere in Deutschland ein. 1962-65 war Luhmann an der Hochschule für Verwaltungswissenschaft in Speyer tätig. 1966 wurde er von Helmut Schelsky in Münster sowohl promoviert als auch habilitiert. Zwei Jahre später wurde er Professor für Soziologie an der Universität Bielefeld. Kurz darauf trat Luhmann in einen Streit mit dem Frankfurter Philosophen und Sozialtheoretiker Jürgen Habermas ein, der als „Luhmann-Habermas-Kontroverse“ beide Wissenschaftler binnen kurzer Zeit bekannt machte. Nach Becker und Reinhard-Becker war für Luhmann die Weiterentwicklung seiner Theorie wichtig, bei der es 1984 mit der Veröffentlichung des programmatischen Werkes „Soziale Systeme“ zu einem Durchbruch kam, der in der Forschung als „autopoietische Wende“ beschrieben wird. Luhmann profilierte sich gegenüber Parsons und anderen Vertretern des systemtheoretischen Denkens und entwickelte einen originären Ansatz, der den Ausgangspunkt für eine vollständig neue Analyse der Gesellschaft und ihrer verschiedenen Funktionssysteme bilden konnte. Die nachfolgenden Jahren widmete Luhmann der Ausarbeitung dieser Analyse und schreibt viele Monographien bis zu seinem Tod im Jahre 1998.


Werke
  • Funktionen und Folgen formaler Organisationen (1964)
  • Zweckbegriff und Systemrationalität (1968)
  • Soziale Systeme (1984)
  • Die Wirtschaft der Gesellschaft (1988)
  • Die Wissenschaft der Gesellschaft (1990)
  • Das Recht der Gesellschaft (1993)
  • Die Kunst der Gesellschaft (1995)
  • Die Realität der Massenmedien (1996)
  • Die Gesellschaft der Gesellschaft (1997)
  • Die Politik der Gesellschaft (2000)
  • Die Religion der Gesellschaft (2000)
  • Organisation und Entscheidung (2000)
  • Das Erziehungssystem der Gesellschaft (2002)
  • Einführung in die Systemtheorie (2002) u. a.


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(Mihaela Milanova)

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