Bedürfnistypologien, Publikumsaktivität und Konsequenzen der Mediennutzung

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Bedürfnisse bestimmen als auslösende Motive die Wahl der Kommunikationsquellen und -inhalte, die Qualität der Kommunikationsbeziehung und die aus der Kommunikation resultierenden Wirkungen.

Es gibt verschiedene Arten von Bedürfnissen (Bedürfnistypologien):

  • kognitive Bedürfnisse
Sie resultieren aus den Orientierungs- und Entscheidungsproblemen des Handelnden gegenüber seiner Umwelt und umfassen Subdimensionen wie Neugier, Lernen und Selbsterfahrung.
  • affektive Bedürfnisse
Ihnen unterliegen Probleme der individuums-zentrierten Stimmungs-kontrolle wie Entspannung, Ablenkung oder Spannungssuche.
  • sozial-interaktive Bedürfnisse
Sie basieren auf dem Wunsch nach Geselligkeit und sozialem Kontakt mit anderen Menschen und deren Anerkennung.
  • integrativ-habituelle Bedürfnisse
Sie entstehen durch den Wunsch nach Vertrauen, Geborgenheit und Sicherheit von Seiten verschiedenster Referenzgruppen.

Bedürfnisse sind den vielfältigsten Einflüssen und Veränderungen ausgesetzt, das sich stets in Auseinandersetzung mit Personen, sowie mit dem Sozial- und Mediensystem entwickeln (vgl. Bonfadelli 1999: 163-165).(Sturm)


Formen von Publikumsaktivität

Nach Levy und Windahl (1984) gilt es zwischen verschiedenen Formen von Aktivität zu unterscheiden: auf der einen Seite bezogen auf die drei Phasen des Kommunikationsprozesses und auf der anderen Seite hinsichtlich der spezifischen Orientierung des Publikum. Dennoch ist dieser Ansatz in seinem Gebrauch reduktionistisch, da sich Zuschauer ihren Medieninhalt zwar selbst aussuchen mögen, diese aber nicht eigenständig konstruieren können – Bedeutungen können ausgewählt und akzeptiert werden oder nicht, aber sie werden dennoch vom Medium vorgegeben (vgl. Livingstone 2000: 37-38).

                    Formen von Publikumsaktivität nach Levy und Windahl

Bild:Publikumsaktivität.jpg

Quelle: Eigene Erstellung in Anlehnung an Bonfadelli, Heinz 1999: Medienwirkungsforschung I. Grundlagen und theoretische Perspektiven, 165.


Konsequenzen der Mediennutzung

Medienangebote befriedigen Bedürfnisse, was zu einer Habitualisierung oder Abhängigkeit führt. Folglich werden andere Medien nur noch als Zusatz (supplement), Ergänzung (complement) oder Konkurrenz bwz. Ersatz (displacement) wahrgenommen. (Sturm)

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