Blogosphäre

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Im soziologischen Sinne kann man die Blogosphäre als eine virtuelle Gesellschaft ansehen, innerhalb der ähnliche Kommunikationsmechanismen bestehen wie in einer realen Gesellschaft, in der die Menschen verbal kommunizieren. So wie sich die Kultur der verbalen Kommunikation über die Jahrtausende verändert hat, so entwickelt sich eine eigenständige Kommunikationskultur in der Blogosphäre, die vielleicht sogar unsere heutige Art der verbalen Kommunikation beeinflussen kann. Auf jeden Fall wird sie die zwischenmenschlichen Beziehungen der realen Gesellschaft verändern. Damit baut sich in der virtuellen Gesellschaft sozusagen stillschweigend ein Potential auf, aus dem erhebliche Veränderungen in der realen Gesellschaft, nicht zuletzt auch bezüglich der politischen Macht, hervorgehen können.  
Im soziologischen Sinne kann man die Blogosphäre als eine virtuelle Gesellschaft ansehen, innerhalb der ähnliche Kommunikationsmechanismen bestehen wie in einer realen Gesellschaft, in der die Menschen verbal kommunizieren. So wie sich die Kultur der verbalen Kommunikation über die Jahrtausende verändert hat, so entwickelt sich eine eigenständige Kommunikationskultur in der Blogosphäre, die vielleicht sogar unsere heutige Art der verbalen Kommunikation beeinflussen kann. Auf jeden Fall wird sie die zwischenmenschlichen Beziehungen der realen Gesellschaft verändern. Damit baut sich in der virtuellen Gesellschaft sozusagen stillschweigend ein Potential auf, aus dem erhebliche Veränderungen in der realen Gesellschaft, nicht zuletzt auch bezüglich der politischen Macht, hervorgehen können.  
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Diese Kraft der Blogosphäre nimmt immer mehr an Form und Struktur zu, da  mit der wachsenden Zahl von Bloggern auch die Verflechtung zwischen den einzelnen Weblogs immer dichter wird. Jeder bringt den Link des anderen in seinen Beitrag ein, der seinerseits wieder auf andere Websites verweist. Man findet dann immer einen Blogger, der in seinen Berichten auf die persönlichen Interessen des anderen eingeht. Es kommt also zum Diskurs zwischen zwei oder mehreren Personen. Etwas überspitzt gesagt, ist es also möglich, dass jeder Mensch einen ‚Gesprächs’partner findet, und ‚Einsamkeit’ ein Fremdwort wird. Sicher wird durch die Blogosphere die passive Kommunikation etwas in den Hintergrund gedrängt werden. Das Informationsmonopol des Radios und des Fernsehens wird sich nicht aufrechterhalten lassen.  
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Diese Kraft der Blogosphäre nimmt immer mehr an Form und Struktur zu, da  mit der wachsenden Zahl von Bloggern auch die Verflechtung zwischen den einzelnen Weblogs immer dichter wird. Jeder bringt den Link des anderen in seinen Beitrag ein, der seinerseits wieder auf andere Websites verweist. Man findet dann immer einen Blogger, der in seinen Berichten auf die persönlichen Interessen des anderen eingeht. Es kommt also zum Diskurs zwischen zwei oder mehreren Personen. Etwas überspitzt gesagt, ist es also möglich, dass jeder Mensch einen ‚Gesprächs’partner findet, und ‚Einsamkeit’ ein Fremdwort wird. Sicher wird durch die Blogosphäre die passive Kommunikation etwas in den Hintergrund gedrängt werden. Das Informationsmonopol des Radios und des Fernsehens wird sich nicht aufrechterhalten lassen.  
Eines ist jedoch auch gewiss, die Blogosphäre wird nicht die Zeitung nennenswert verdrängen. Sie kann kein Ersatz für eine so schnelle, zuverlässige und gleichzeitig gut recherchierte Vermittlung von Nachrichten sein. Ebenso wird das Buch seine Machtstellung in unserer Gesellschaft bewahren können; denn das ist nun auch die Schattenseite der Blogosphäre: jeder kann sich mitteilen, ob er nun eine Ahnung hat von dem, was er schreibt oder nicht. Es gibt in der Blogosphäre keinerlei Kontrolle und daher auch viel Überflüssiges, ja Unsinniges. Die Streu vom Weizen zu trennen ist jedoch sehr zeitaufwendig.  
Eines ist jedoch auch gewiss, die Blogosphäre wird nicht die Zeitung nennenswert verdrängen. Sie kann kein Ersatz für eine so schnelle, zuverlässige und gleichzeitig gut recherchierte Vermittlung von Nachrichten sein. Ebenso wird das Buch seine Machtstellung in unserer Gesellschaft bewahren können; denn das ist nun auch die Schattenseite der Blogosphäre: jeder kann sich mitteilen, ob er nun eine Ahnung hat von dem, was er schreibt oder nicht. Es gibt in der Blogosphäre keinerlei Kontrolle und daher auch viel Überflüssiges, ja Unsinniges. Die Streu vom Weizen zu trennen ist jedoch sehr zeitaufwendig.  

Version vom 22:29, 6. Dez. 2005

Die Blogosphäre:

Den Bedeutungsursprung dieses Begriffs findet man im Griechischen wieder: „logo“ steht für das „Wort“ und „sphere“ für die „Welt“. Diese Erklärung führt uns zu einer allgemeinen Definition: „Welt der Wörter“ oder, in übertragenem Sinn ausgedrückt, die Gesamtheit aller Weblogs. Im soziologischen Sinne kann man die Blogosphäre als eine virtuelle Gesellschaft ansehen, innerhalb der ähnliche Kommunikationsmechanismen bestehen wie in einer realen Gesellschaft, in der die Menschen verbal kommunizieren. So wie sich die Kultur der verbalen Kommunikation über die Jahrtausende verändert hat, so entwickelt sich eine eigenständige Kommunikationskultur in der Blogosphäre, die vielleicht sogar unsere heutige Art der verbalen Kommunikation beeinflussen kann. Auf jeden Fall wird sie die zwischenmenschlichen Beziehungen der realen Gesellschaft verändern. Damit baut sich in der virtuellen Gesellschaft sozusagen stillschweigend ein Potential auf, aus dem erhebliche Veränderungen in der realen Gesellschaft, nicht zuletzt auch bezüglich der politischen Macht, hervorgehen können.

Diese Kraft der Blogosphäre nimmt immer mehr an Form und Struktur zu, da mit der wachsenden Zahl von Bloggern auch die Verflechtung zwischen den einzelnen Weblogs immer dichter wird. Jeder bringt den Link des anderen in seinen Beitrag ein, der seinerseits wieder auf andere Websites verweist. Man findet dann immer einen Blogger, der in seinen Berichten auf die persönlichen Interessen des anderen eingeht. Es kommt also zum Diskurs zwischen zwei oder mehreren Personen. Etwas überspitzt gesagt, ist es also möglich, dass jeder Mensch einen ‚Gesprächs’partner findet, und ‚Einsamkeit’ ein Fremdwort wird. Sicher wird durch die Blogosphäre die passive Kommunikation etwas in den Hintergrund gedrängt werden. Das Informationsmonopol des Radios und des Fernsehens wird sich nicht aufrechterhalten lassen.

Eines ist jedoch auch gewiss, die Blogosphäre wird nicht die Zeitung nennenswert verdrängen. Sie kann kein Ersatz für eine so schnelle, zuverlässige und gleichzeitig gut recherchierte Vermittlung von Nachrichten sein. Ebenso wird das Buch seine Machtstellung in unserer Gesellschaft bewahren können; denn das ist nun auch die Schattenseite der Blogosphäre: jeder kann sich mitteilen, ob er nun eine Ahnung hat von dem, was er schreibt oder nicht. Es gibt in der Blogosphäre keinerlei Kontrolle und daher auch viel Überflüssiges, ja Unsinniges. Die Streu vom Weizen zu trennen ist jedoch sehr zeitaufwendig.

Man bedenke auch, dass im allgemeinen das Kluge und Bedeutsame schwer erarbeitet werden muss und nicht kostenlos erhältlich sein kann.


dazu noch ein paar Links:

http://www.technorati.com/weblog/2005/08/34.html

http://www.andrewsullivan.com/main_article.php?artnum=20020224

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