Das Stimulus-Response-Modell

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Das in den 20er und 30er Jahren weit verbreitete S-R-Modell gilt als Axiom der direkten, unvermittelten sowie monokausalen Wirkung der Massenkommunikation auf den Rezipienten. Die massenhaft verbreiteten Botschaften, die als Stimuli wirken, erreichen die Rezipienten unmittelbar, werden von ihnen aufgrund ihrer Eindeutigkeit sofort wahrgenommen, anschließend verarbeitet und gespeichert. Da die Reaktionen der Rezipienten undifferenziert sind, führen sie am Ende zu nahezu identischen Responses. Bei diesem linearen Modell fehlen jegliche Rückkopplungen, sodass der Kommunikationsinhalt mit der Effekt-richtung gleichgesetzt wird. Zudem ist es statisch, wodurch es keinerlei Hinweise auf Lernprozesse geben kann. Die „Störquellen“ des S-R-Modells sind rein technischer Art. Zusammenfassend kann es durch die Gleichung Kommunikation = Wirkung charakterisiert werden. Das Modell besitzt in der Literatur noch weitere Namen, wobei die folgenden zu den geläufigsten zählen:

  • Reiz-Reaktions-Modell
  • Hypodermic Needle-Modell
  • Transmission Belt-Theorie
  • Magic Bullet-Theorie (vgl. Jäckel 1999, 59).

Am häufigsten wird jedoch die Stimulus-Response-Terminologie verwendet.

                            Visualisierung des S-R-Modell der Medienwirkungen

Bild:S-R-Modell_klein.JPG

Quelle: Eigene Erstellung in Anlehnung an Bonfadelli 1999: 27.


Orson Welles: Invasion from Mars

Das von der CBS am 30.10.1938 – einen Tag vor Halloween – ausgestrahlte Hörspiel gilt als Paradebeispiel für nicht-intendierte Wirkungen. Orson Wellesnahm den Roman „The War of the Worlds“ von H.G. Wells als Vorlage für seine Inszenierung, die als solche angekündigt, jedoch “realistisch” inszeniert wurde. Der Großteil der 6 Millionen Zuhörer in den USA glaubte an eine echte Invasion vom Mars, da sie das Radio-Hörspiel als Nachrichtensendung missverstanden. Dies hatte Panik und eine Massenhysterie zur Folge. Auch wenn das Hörspiel immer wieder zur Unterstreichung der Gültigkeit des Stimulus-Response-Modells herangezogen wird, ist es im Endeffekt ein Beleg für die Existenz nicht-intendierter Effekte beim Rezipienten. (Sturm)

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