Fragen und Diskussionen zu den Themen

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Inhaltsverzeichnis

Handlungstheorien

Kulturtheorien: Cultural Studies

Gesellschaftstheorien 1: Systemtheorie

Literaturtipp: Berghaus, Margot: "Luhman leicht gemacht. Eine Einführung in die Systemtheorie." 2.Aufl. Bohlan Verlag GmbH & Cie. Köln, 2003. -- Mihaela Milanova Mila2c01 08:28, 2. Dez 2005 (CET)

Fragen zur Systemtheorie:

  1. Wer sind die Hauptvertreter der Systemtheorie? (Nina Sturm)
  2. Welche Relevanz hat die Systemtheorie für die Medienwissenschaft bzw. wo findet die Systemtheorie Eingang in die Medienwissenschaft? (Nina Sturm)
  3. Mit dem Wort Systemtheorie verbinde ich sofort Niklas Luhmann. Wer sind die anderen? Alles Luhmann oder was?
  4. In welchen Bereichen wird die Systemtheorie angewandt? Aktuelle Praxis?
  5. Was sind die bedeutendsten Kritikpunkte der Theorie?
  6. Welche Entwicklungsmöglichkeiten hat die Systemtheorie - wo sind ihre Grenzen?
  7. Wäre eine Verbindung von System- und Handlungstheorie erstrebenswert, um Phänomene in den Medien erklären zu können - oder wäre dies zu komplex? (Julia Kalck)
  8. Bei Weber (2003): "Theorien der Medien" heißt es zur Systemtheorie auf S. 205: "Vielmehr ist bei Luhmann die Rede von operativer (und auch informationeller!) Geschlossenheit, aber auch von material-energetischer Offenheit." Als Beispiel wird eine Pressemitteilung genannt, die an eine Redaktion geschickt wird und von diesem "System Redaktion" sofort zu einem systemeigenen Element umgewandelt wird. Aber bringt die Pressemitteilung dann nicht auch eine neue Information in das System ein, nämlich eine Information z.B. über das System "Unternehmen A", das die Pressemitteilung verschickt? Dann könnte eigentlich nicht von "informationeller Geschlossenheit" gesprochen werden, oder? Greift hier dann die Forderung nach einer "Ausarbeitung des Konzepts der Interpenetration" (Weber 2003, S. 218)? (Benedikt Bambach)
  9. Genau in die gleiche Richtung geht meine Frage: Wie kann man bei einem System, das ja erst durch den Austausch mit seiner Umwelt zu dem wird, was es ist, von einer operativen Geschlossenheit sprechen? Das System Journalismus, aber auch Politik und Wirtschaft sind auf Umwelteinflüsse angewiesen und operieren nur wegen ihnen.. Müsste diese Umwelt dann nicht auch Teil des Systems aufgefasst werden? (Reers)
  10. Weber, 2003, 2.7.3. diskutiert das System Publizistik und beschreibt seine Elemente als Veröffentlichungen. Aber besteht das System Publizistik denn nur aus Veröffentlichungen? Später heißt es: "Journalismus [ist] ein Teil des publizistischen Systems". Das suggiert ja, dass auch der Journalismus nur aus Veröffentlichungen besteht, was meiner Meinung nach eine unzureichende Definition ist. (Reers)

Wie wird Gesellschaft definiert? Martin Dorst

Gibt es für jedes System immer nur einen binären Code, oder kann es mehrere geben? Ist das nicht abhängig vom jeweiligen Betrachter/Forscher? L. P.

Weber schlägt in seinem Text vor, im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Systemtheorie soziale Systeme nicht als selbstständige Gebilde zu verstehen, sondern Überschneidungen, so genannte partielle Interpenetrationsbereiche, zuzulassen. Inwieweit war es bisher überhaupt möglich, Systeme getrennt voneinander zu betrachten, wo doch Bereiche wie Politik, Wirtschaft und Journalismus immer auch in wechselseitigen Beziehungen zueinander stehen? (Lisa Meyer)

Wie finde ich heraus, welcher Bereich konkret als ein System bezeichnet wird? (Kerstin Smirr)

Welche Schwierigkeiten ergeben sich bei der Beschreibung der unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereiche als Systeme? (Pia Schmitt)

(zu Wiener) Wo und wie lässt sich die Grenze zwischen System und Umwelt ziehen? Ist diese nicht sehr arbiträr? Nina Olligschläger

Gesellschaftstheorien 2: Kritische Theorie

"[Die Gesellschaft] wird nicht nur als eine Gesamtheit von Menschen in einer bestimmten Zeit aufgefasst, sondern vielmehr als "Verhältnisse", die dem Einzelnen übermächtig gegenüberstehen und Charakter und Handlungsmöglichkeiten der Menschen in weitaus stärkerem Maße formen, als diese zur Bildung der Gesellschaft beitragen können. Eine besondere Mittlerrolle komme dabei [...] den Massenmedien und der Massenkultur zu." (Wikipedia zu "Kritische Theorie")

Sind die Massenmedien denn überhaupt in der Lage dazu, sich als Formender, also Akteur, in unsere Gesellschaft einzubringen? Inwiefern korreliert das mit der Handlungstheorie/Systemtheorie?


Enzensberger unterscheidt zwischen repressivem und emanzipatorischem Mediengebrauch (vgl. Schicha: "Kritische Medientheorien", S.113). Die Kriterien, die er für den emanzipatorischen Mediengebrauch anführt, wie "Jeder Empfänger ein potentieller Sender" oder "Interaktion der Teilnehmer" werden von dem Medium Internet erfüllt. Wie sehen die Vertreter der Kritischen Theorie das Internet? (Benedikt Bambach) Antwort


Die "Cultural Studies" und die "Kritische Theorie" als Theoriengebäude weisen einige Parallelen auf, aber auch deutliche Unterschiede in Bezug auf den Grad der Aktivität des Publikums und bezüglich des Verständnisses von Kultur. Kann man die "Cultural Studies" sozusagen als bewusstes Gegenkonzept zur "Kritischen Theorie" verstehen? Oder wie lässt sich der Zusammenhang zwischen diesen beiden Ansätzen erklären? Sind "Cultural Studies" nur eine Form der etwas moderneren Anwendung der "Kritischen Theorie"? (Christa Weber)


Adorno spricht in seinem "Prolog zum Fernsehen" von der "fatalen 'Nähe' des Fernsehens", wo sich die Menschen, die sich vor dem Fernsehgerät versammeln, allmählich voneinander entfremden, ohne sich darüber tatsächlich im Klaren zu sein. Zwar sieht im Grunde jeder für sich Fern, doch kann man diese Tätigkeit nicht auch als eine gesellschaftliche Erfahrung sehen, indem die Menschen mit dem Fernseher agieren, besonders hinsichtlich dieser neuen, "aufregenden" und "spektakulären" Medienerfahrung, wie sie es zu Beginn des Fernsehens noch war? Inwieweit lassen sich die Überlegungen Adornos überhaupt noch auf das heutige Fernsehen anwenden, gerade im Hinblick auf Entwicklungen wie Interaktion, Plasmafernsehen und Heimkinos? (Lisa Meyer)

Adorno und andere kritisieren die Massenmedien und warnen vor der Gefahr des Kapitalismus.Die Verdummung der Menschen wäre mittels des Fernsehens vorprogrammiert. Basiert ihre Theorieentwicklung aufgrund der eigenen politischen Ideologie? (Britta Behrens) Antwort

Ich glaube, dass Adorno und die anderen nicht die politische Ideologie an sich kritisieren, sondern die Möglichkeit mittels Fernsehen die Menschen zu manipulieren. Es geht um die Art und Weise wie man das Massenmedium ideologisch missbraucht. (Mihaela Milanova --Mila2c01 15:01, 22. Jan 2006 (CET))

Wie ist der Bildungsauftrag der öffentlich rechtlichen Sender mit den von den Vertretern der kritischen Theorie getroffenen Aussagen zu vereinbaren? (Pia Schmitt)

Theorien der Medienkommunikation 1: Theorien des kommunikativen Handelns

Theorien der Medienkommunikation 2: Dialogtheorien

Beispiel zur Konversationsanalyse: Die Begegnung zwischen Dan Rather und George Bush sen.

Ayaß bezieht sich in ihrem Beitrag "Konversationsanalytische Medienforschung" (S. 18f)auf ein Interview, dass Dan Rather, Nachrichtensprecher von CBS, mit dem damaligen Vize-Präsidenten und Präsidentschaftskandidaten George Bush sen. am 25.1.1988 in den "CBS Evening News" führte. Dieses "Rather-Bush-Encounter" ist für die Konversationsanalyse deshalb interessant, weil die Regeln des Interviews verletzt wurden. Durch diese Regelverletzungen und Störungen lässt sich die einem Interview eigentlich zugrundeliegende Ordnung herausarbeiten. Zugleich zeigt sich deutlich, dass ein Interviewablauf nicht festgeschrieben ist, sondern von beiden Interviewpartnern gestaltet wird - in der Regel im Rahmen bestimmter Konventionen, im oben genannten Fall nicht: Das Interview wird zur "Verbalfehde" und Konfrontation (Ayaß 2004: 19). Die Interviewpartner reden gleichzeitig, unterbrechen sich gegenseitig, Bush als Interviewter versucht sogar stellenweise den Fragepart zu übernehmen. Diese "Video High Noon" (Time magazine) gab Bushs Karriere einen Schub, wogegen Dan Rather heftige Kritik einstecken musste.


Literatur zu diesem Beispiel:

- Ayaß, Ruth (2004): Konversationsanalytische Medienforschung. In: Medien&Kommunikation, 52(1), S.5-29

- Clayman, Steven/Heritage, John (2002): Introduction. In: dieselben: The News Interview. Journalists and Public Figures on the Air. Vol. 16, Cambridge. S. 5-29.


Fragen zu diesem Thema:

- Ayaß bemängelt, dass die Konversationsanalyse ihr Potential in Bezug auf die Analyse von medialer Kommunikation noch nicht voll ausschöpft (Verzicht auf Einstellungsprotokolle, reine Analyse von Transkripten), gleichzeitig versucht sie aber auch einen Unterschied zur Gesprächsanalyse zu formulieren. Gibt es einen Unterschied zwischen Gesprächsanalyse und Konversationsanalyse? Woran kann man beide voneinander unterscheiden? - Zur Begriffsklärung: in welchen Merkmalen unterscheiden sich die Begriffe Konversation, Gespräch und Dialog? L. P. Antwort


- Welche sind die anderen qualitativen Verfahren und worin unterscheiden sie sich? Mihaela Milanova Antwort

Theorien der Medienkommunikation 3: Diskurstheorien

Theorien der Öffentlichkeit

Fragen:

1. Denkanstoss: Ist das Internet mit seinen interaktiven Möglichkeiten vielleicht ein Schritt hin dazu, die Öffentliche Meinung wieder repräsentativer zu machen? Weil einfach mehr Menschen wieder unmittelbar ihre Position zu einem Inhalt veröffentlichen können? Oder aber dominieren eher die (weniger interaktiven) Massenmedien Fernsehen, Radio und Zeitung die Bildung öffentlicher Meinung, weil sie die Menschen unmittelbarer erreichen? --Lena-Maria Reers 20:31, 14. Jan 2006 (CET)

--> Unterstütze ich voll und ganz. Allerdings ist das Internet durch die Dezentralisierung wieder in dem Dilemma, dass wir nicht voran kommen. Es gibt zu wenige "Ballungszentren", oder wie seht ihr das? David Schommer

--> das sehe ich auch so wie David. Zum einen fehlen die "Ballungszentren", quasi die "Caféhäuser" im Habermaschen Sinne, wo man sich zum Meinungsaustausch versammelt - oder gibt es vielleicht viel zu viele davon, und niemand ist in der Lage, wirklich alle Caféhäuser abzulaufen und Meinungen zu bündeln? Zum anderen ist meiner Ansicht nach auch ein derart aktiver Nutzer, der regelmäßig im Internet seine eigene Meinung kundtut, (noch) nicht weit verbreitet genug.(Benedikt Bambach)

--> Ich glaube schon, dass Öffentlichkeit im Internet wieder "repräsentativer" wird, wenn damit die größere Offenheit von Öffentlichkeit für individuelle Meinungen und nicht nur für die Meinung größerer Interessensgruppen gemeint ist. User haben in Blogs, Foren und anderen Formen die Möglichkeit ihre Meinung direkt zu äußern und auch öfffentlich zu machen. Ich frage mich nur, ob diese User-Meinungen auch ausreichend wahrgenommen werden um von einer repräsentativeren Öffentlichkeit sprechen zu können. Meinungen, die durch die traditionellen Massenmedien verbreitet werden, erreichen meiner Meinung nach einen viel größeren Rezipientenkreis und haben den Vorteil, dass die einzelnen Rezipienten wissen, dass andere genau dieselbe Meinung am Vortag in der Zeitung rezipiert haben. Bei Internetangeboten kann man noch nicht so ohne Weiteres davon ausgehen, dass die anderen gelesen haben und wissen, was man selbst gelesen hat und somit weiß. (Christa Weber)

--> Ich sehe das ähnlich wie Christa, die Internetkommunikation gerade in Foren ist zwar öffentlich, erreicht aber nicht so viele Rezipienten wie TV und Radio z. B. Wer sich innerhalb von Foren äußert, gehört zu einer/dieser bestimmten Gruppe. In diesem Zusammenhang kann man vielleicht von einer Teilöffentlichkeit reden. Interessant finde ich, zu sehen, wie solche Teilöffentlichkeiten die öffentliche Meinung prägen. Ihr könnt euch bestimmt auch noch an die antisemitischen Witze bei Big Brother erinnern, die zuerst innerhalb eines Blogs diskutiert wurden, bevor dann die breite Presse auf die Sache aufmerksam wurde und das Thema öffentlich (in den "traditionellen" Massenmedien) diskutiert wurde. (L. P.)

2. Ich bin beim Lesen des Luhmanns Artikel auf einige Wissenschaftlernamen gestossen, die für mich unbekannt waren: Jacques Derrida (* 15. Juli 1930 in El-Biar, Algerien; † 8. Oktober 2004 in Paris, Frankreich) war ein französischer Philosoph, der als Begründer und Hauptvertreter der Dekonstruktion (Dekonstruktivismus) gilt. Nach Derrida ist sie keine Methode, d.h. nach einer bestimmten Vorgehensweise geprägte Philosophie, sondern eine Praxis, die sich immer auf bestimmte, aktuelle Themen bezieht. Dekonstruktion nimmt das Behauptete zur Kenntnis, um sich dann sogleich darauf zu konzentrieren, was dieses Behauptete alles nicht behauptet, auslässt und verneint. Sie richtet den Fokus demnach auf das Nichtgesagte. Dieses soll herausgestellt und konzentriert werden, sodass der Fußabdruck der Aussage deutlich wird. Dekonstruktion muss demnach je nach dem betrachteten Gegenstand unterschiedlich verfahren. Sie ist nicht immer auf die gleiche Art anwendbar. Paul Ambroise Valéry (* 30. Oktober 1871 in Sète; † 20. Juli 1945 in Paris) war ein französischer Lyriker, Philosoph und Essayist. Valéry gilt als wichtiger französischer philosophischer Autor des 20. Jahrhunderts. Sein philosophisches Werk umfasst Schriften zur Politik, zur Kunst und Ästhetik, zur Literatur und zu einzelnen Autoren oder Künstlern, zu Entwicklungen der Gegenwart, aber auch zur Tradition und zur Antike. Bekannt geworden ist seine fiktive Figur Monsieur Teste (=tête/Kopf + testis/Zeuge), ein sich seines Intellekts bewusster Beobachter und Erfasser der Welt. Martin Heidegger (* 26. September 1889 in Meßkirch; † 26. Mai 1976 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Philosoph, der vor allem durch sein 1927 erschienenes Werk Sein und Zeit der Philosophie des 20. Jahrhunderts entscheidende Impulse gegeben hat. Heideggers gesamtes Werk ist bestimmt von der Seinsfrage oder Frage nach dem Sinn von Sein, also die Frage nach dem, was wir meinen, wenn wir "ist", "bin" etc. sagen. Heidegger zufolge kam diese Frage in der Geschichte der Ontologie (Seinslehre) niemals zureichend in den Blick. Auch nicht in ihren griechischen Ursprüngen bei Aristoteles, der in seiner "Metaphysik" zwar eine Systematisierung und Kategorisierung der verschiedenen Regionen des Seins des Seienden liefert (mit der Hauptunterscheidung von unabhängiger Substanz und abhängiger Akzidenz), jedoch ohne den Seinssinn selbst zu thematisieren, der die Mannigfaltigkeit der Seinsbedeutungen verständlich machen könnte. Nicolo Macchiavelli (1469-1527) war der erste der sich mit dem Begriff "Staat" beschäftigt hat. Er glaubte an Ordnungssicherung nur durch Gewalt und Zwang. Nach ihm war Ordnung gegen die Natur des Menschen. Macchiavelli kehrt sich von einem mittelalterlichen Weltverständnis ab, welches von einer sinnvollen Einheit von Natur und Mensch und von einem zweckhaften Verlauf der Geschichte ausgeht: Fortschritt in der Geschichte, Höherentwicklung und Vervollkommnung des Menschen kommen für Macchiavelli nicht in frage; aus der Unveränderlichkeit der menschlichen Natur und der damit verbundenen Gesetzmäßigkeit des menschlichen Handelns ergibt sich, daß die Welt stets gleich war (die immer gleiche Geschichte spielt sich im Kreislauf von Krise und Chaos uns Stabilität ab). Macchiavelli glaubt aus dem Studium der Geschichte Ratschläge für erfolgreiches politisches Handeln ableiten zu können. Seine Schriften sind daher voller Rückblicke in die antik/römische Geschichte. Für Macchiavelli ist in der frühen Neuzeit der transzendente Sinnbezug (Bewusstsein und Erfahrung überschreitend) aufgelöst »Welt ist ordnungslos und unsicher, verlässlich bleibt für ihn nur die Gewalt, die zu einem normalen Mittel der Politik avanciert. Hauptwerk: "Der Fürst" 1513. Baltasar Gracián y Morales (* 8. Januar 1601 in Belmonte bei Calatayud; † 6. Dezember 1658 in Tarazona, Aragón) war spanischer Jesuit, Prediger und Schriftsteller. Heinz von Foerster (1911 in Wien - 2002) war ein Kybernetiker, Physiker, radikaler Konstruktivist, und auch ein Pionier der Computermusik. Er gilt als der "Sokrates des kybernetischen Denkens". Heinz von Foersters Verdienst ist es, immer wieder auf die unvermeidlichen blinden Flecken und Idiosynkrasien des Beobachters aufmerksam gemacht zu haben, der sich dem vermeintlich von ihm unabhängigen Objekt der Beschreibung nähert. Er hat den erkenntniskritischen Zweifel in die Kybernetik eingeführt und auf diese Weise die mechanistisch zu nennenden Vorstellungen der frühen Kybernetiker irritiert, die mit einem ganz ungebrochenen Enthusiasmus vom Bau eines "artificial brain" sprachen. (Mihaela Milanova --Mila2c01 17:30, 15. Jan 2006 (CET))

3. Wenn wir an den Bundestagswahlkampf 2005 denken und daran, dass die CDU in Meinungsumfragen vor der SPD lag, viele Medien/Journalisten sich auf deren Seite schlugen und SPD und CDU im Endeffekt doch so nah beieinander lagen: Gab es eine Schweigespirale bei den Bundestagswahlen 2005? Gibt es nicht vielleicht auch den entgegengesetzten Effekt des Bandwaggon Effects bzw. der Schweigespirale, dass Menschen nicht immer auf der Seite des Siegers stehen wollen bzw. Furcht vor Isolierung wegen der eigenen politischen Meinung haben, sondern sich bewusst für den Verlierer entscheiden, um Solidarität zu zeigen? (Kerstin Smirr)

4. Ergänzung zu Frage 3: Kann man beim Bundestagswahlkampf 2005 auch von einem "doppelten Meinungsklima" sprechen, wie Noelle-Neumann das Wahljahr 1976 charakterisiert? Noelle-Neumann zufolge entsteht ein doppeltes Meinungsklima, wenn "das Meinungsklima der Bevölkerung und die vorherrschende Meinung unter Journalisten auseinander fallen" (Noelle-Neumann 1996: 243, zitiert nach Jäckel). Im Jahr 2005 gingen zahlreiche Journalisten von einem Wahldebakel für die SPD und einem klaren Sieg von CDU/CSU bzw einer schwarz-gelben Koalition aus. Andererseits resultierte diese Meinung nicht zuletzt aus eindeutigen Umfrageergebnissen, die wiederum das Meinungsklima der Bevölkerung widerspiegeln (sollen). Das würde ja dafür sprechen, das die Meinungsklimata zumindest bis kurz vor der Wahl nicht auseinanderfielen - vorausgesetzt man unterstellt den Umfragen der Meinungsforschungsinstitute, dass sie tatsächlich das Meinungsklima der wahlberechtigten Bevölkerung widerspiegeln (Benedikt Bambach)

5. Zum Thema Internet: Natürlich ist das Internet so dezentralisiert und allumfassend, dass es nicht möglich ist einen universellen Überblick über alle Diskussionen zu erlangen. Trotzdem ist jede Teilnahme an einem öffentlichen Diskurs ein Zugewinn von öffentlicher Meinungsbildung, die durchaus weite Kreise ziehen kann und Veränderungen herbeiführt. Wie kleine Meinungsinseln bis in die Massenmedien gelangen zeigen beispielsweise die Entwicklung in der Blogosphäre zum Thema: "(Denn) Du bist Deutschland" als ein Bild mit einem Banner mit dieser Aufschrift aus der Nazi-Zeit auftauchte und scharf diskutiert wurde. Genauso wie die Aktion einer Personengruppe, die zum "Boykott" von Kinderschokolade aufriefen (Weg mit Kevin) und einen öffentliuchen Diskurs samt Petition mit Ferrero führten. Ich denke schon, dass Blogs, Foren usw. einen Einfluss auf öffentliche Meinung haben. (Britta Behrens)

Kommunikator-Theorien: Theorien des Journalismus

1. Ich frage mich ob diese Gatekeeper-Theorie, bei dem die Journalisten die immensen Mengen an Information in Internet für die Nutzer selektieren, im Wirklichkeit ein objektives Bild erstellen kann? Kann überhaupt ein Gatekeeper als Individualist objektiv all dieser subjektiven Information bewerten? Mihaela Milanova --Mila2c01 14:26, 22. Jan 2006 (CET)

       Die Objektivität leidet schon allein darunter, dass überhaupt selektiert wird. 
       Von daher kann man auch im Internet, das eine unvorstellbare Menge an Informationen 
       bereit stellt, nicht von Objektivität sprechen. Denn schließlich kann sich niemand 
       über alles multiperspektivisch informieren. Abgehen davon ist durch die 
       Aufbereitung eines Themas die Objektivität ebenfalls eingeschränkt. (Kerstin Smirr) 

2. Wie ist das mit der Rollentrennung im Internet? Kann man überhaupt genau unterscheiden, wer als Nutzer/Rezipient, Journalist bzw. publizierender Akteur auftritt? Oder nimmt innerhalb der Onlinewelt nicht jeder irgendwie irgendwann eine solche Rolle ein? Was sagen Theorien des Journalismus dazu? (Julia Kalck)

3. Welche Rolle spielen „quasi-journalistische“ Angebote im Web (bspw. Artikel und Kommentare, die nicht im Rahmen einer Onlinezeitung o. ä. veröffentlicht wurden)? Inwieweit stehen solche Angebote in Konkurrenz zu „professionellen“ journalistischen Angeboten, was ihre Gatekeeper Funktion anbelangt? (L. P.)

4. ich habe eine Frage zur Definition der Online-Journalisten. sind sie die, die als Journalisten im konventionellen Sinne berufstätigt sind, oder die, die journalistische Tätigkeiten in der Freizeit per Internet ausüben, wie z.B. die Webbloger zum Teil. ich hält es für sinnvoll, eine Differenzierung zwischen den "professionellen" und "freizeitlichen" Journalisten klar zu machen, bevor wir mit der Theorien anfangen. (Lei SHI)

5. Thorsten Quandt spricht in Bezug auf Interaktivität von einer für den traditionellen Journalismus "irrelevanten Eigenschaft". Er stellt die Frage, ob Journalismus nicht eine Diskussion zwischen Nutzer und Journalist ausschließen muss, weil journalistische Aussagenproduktion schon an sich eine asymmetrische Kommunikation voraussetze. Solche und andere Fragen führt er als Motive dafür an, dass sich die Journalismustheorie nicht ausreichend mit Begriffen wie Interaktivität auseinandersetzt. Aber sollte sich eine Jurnalismustheorie nicht auch mit solchen Erscheinungen des Online-Journalismus auseinandersetzen und diese in einer allgemeinen Theorie des Journalismus berücksichtigen? Oder ist Journalismus, der in Dialog mit seinen Nutzern tritt, etwa kein Journalismus mehr? Sind Informationen, die nicht von professionellen Journalisten ausgewählt und verbreitet werden, sondern beispielsweise in Weblogs veröffentlicht werden, nicht mehr dem Journalismus zuzuordnen? (Christa Weber)

6.Thorsten Quandt spricht in seinem Artikel die Schwierigkeit der Formulierung einer Journalismustheorie im Internet auf Grund der dort eintretenden Entgrenzung des Angebots, sowie der Grenzverschiebung Nutzer/Produzent an. Wie steht es um die Frage nach der Definition von Qualitätsstandards für den Onlinejournalismus. Ist es überhaupt noch möglich angesichts der angesprochenen Grenzverschiebungen Qualitätsstandards zu formulieren? Noch schwieriger gestaltet sich wohl die Überprüfung derartiger Standards. (Pia Schmitt)

Von "http://luhmann.uni-trier.de/index.php?title=Kommunikator-Theorien:_Theorien_des_Journalismus"

Rezeptionstheorien

1. Worann kann das Verstehen, die Verständigung scheitern? (Mihaela Milanova --Mila2c01 17:36, 29. Jan 2006 (CET))

2. Zum transaktionalen Ansatz (Handout): Es heißt, der Kommunikator richtet seine Botschaften auf die Bedürfnisse des Publikums aus. Wie werden diese Bedürfnisse und Gewohnheiten in der Praxis denn ermittelt? Und ist es nicht vielmehr so, dass sich das Angebot und die Bedürfnisse des Publikums gegenseitig bedingen? (L. P.)

3. Die Frage, die mir noch kurz vor der Sitzung eingefallen ist, wurde sowohl schon ein bisschen während des Vortrags sowie dann auch nach dem Vortrag beantwortet: Ich hatte das Problem, dass ich beim ersten Betrachten des Handouts nicht so ganz verstanden habe, wo denn die Unterschiede zwischen Rezeptionstheorien/Rezeptionsforschung und Medienwirkungsforschung liegen. Hier ist nun das, was im Seminar letztlich dazu rausgekommen ist (auch wenn ich die Frage letztlich gar nicht mehr gestellt habe):

  • Mediennutzungsforschung: Wie werden Medien zur Nutzung ausgewählt?(Warum?)
  • Medienwirkungsforschung: Was passiert nach der Mediennutzung?
  • Rezeptionstheorien: Prozess der Nutzung wird betrachtet.

Man könnte diese drei Teile also im Zeitverlauf an unterschiedlichen Punkten anordnen.(Julia Kalck)

Normative Grundlagen: Medienethik und Medienqualität

1. Inwieweit verändert das Internet das persönliche Kommunikationsverhalten und fördert gegebenenfalls die Vereinsamung? 2. Führt das Internet letztendlich dazu, dass zum Beispiel in Ländern mit kyrillischer Schrift diese zurückgedrängt wird und Internet eine negativen Einfluss auf ganze Kulturkreise nehmen kann? (Mihaela Milanova --Mila2c01 17:35, 5. Feb 2006 (CET))

2. keine Frage, nur ein Diskussionsanstoß: Bernhard Debatin verweist in seinem Beitrag auf "das Problem der verstärkten Markt- und Profitorientierung des Netzes" (S.223). Ein aktuelles Beispiel hierfür ist der Start des chinesischen Google-Auftritts chinesischen Google-Auftritts, bei dem sich Google den chinesischen Zensurbedingungen unterworfen hat und dafür mittlerweile sogar vom US-Kongress kritisiert wurde, wie Spiegel online berichtet. Auch Microsoft, Yahoo und Cisco stehen aus ähnlichen Gründen in der Kritik. Dem Spiegel online-Artikel zufolge bezweifelt Bill Gates, "dass so etwas wie Zensur im Internet überhaupt möglich sei. Insofern sei es auch sinnlos, Widerstand gegen die Zensurwünsche einer Regierung zu leisten." Gates zentrale Aussage: "Die Möglichkeit, Informationen wirklich zu unterdrücken, gibt es nicht mehr." Die Befürchtung, das Internet würde zum "Push-Medium" werden (Debatin S. 224), bewahrheitet sich also weiterhin nicht. Aber hier zeigt sich die "neue Wissenskluft" (S.225): nur der kompetente Nutzer kann die aus ökonomischen und politischen Interessen aufgebauten Filter durchdringen. --BenediktBambach 18:25, 5. Feb 2006 (CET)

Mein Senf dazu : Zensur ist prinzipiell schon möglich, aber dann nur auf einer technischen Ebene. Es können von Verisign oder der ICANN ja bestimmte Internetangebote gesperrt werden - man kappt quasi die Leitung. Deinen letzten Punkt unterstütze ich aber dennoch - technisch umgehen kann man alles. (David Schommer)

3.B. Debatin sieht in der Internetethik eine „praktische Aufgabe und Verantwortung des Einzelnen, der Institution und Gesellschaft.“(236) Diese individuelle Komponente halte ich für eine der größten Schwierigkeiten einer Ethik, da es keine Einheitlichkeit gibt. Internet ist international und daher nicht auf eine „Gesellschaft“ herunter zu brechen. Welche Gesellschaft sollte denn bei der Formulierung einer Internetethik „federführend“ sein? (L.P.)

Erkenntnistheorien (Konstruktivismus)

Persönliche Werkzeuge