Was ist Emergenz?

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Emergenz (lat. emergere: auftauchen) ist eine Eigenschaft auf der Makroebene eines Systems, die durch das Zusammenwirken aller Subsysteme, das sind die Systemelemente auf der Mikroebene, zustande kommt. Sie kann nicht allein durch die Betrachtung der einzelnen Elemente des Systems erklärt werden.

Bsp. Gehirn (biolog. System): die Funktionsweise einzelner Nervenzellen ist gut verstanden, aber niemand kann erklären, wie sich aus dem Zusammenspiel einer großen Zahl dicht vernetzter Zellen die besonderen Eigenschaften des Gehirns („Bewusstsein“, „Gedächtnis“ etc.) entstehen, die keine der einzelnen Zellen besitzt. Weitere Beispiele wäre die Entstehung von Gruppendynamik („Massenpanik“, „Cliquenbildung“) in sozialen Systemen. Entscheidend für Emergenz sind die Beziehungen der einzelnen Elemente zueinander (Kommunikation der Nervenzellen bzw. der Gruppenmitglieder), v.a. der Grad ihrer Vernetzung.

Insofern könnte man schließen, dass das Internet als extrem großes und dicht vernetztes System emergente Eigenschaften aufweist, d.h. es tauchen sozusagen „von selbst“ neue Phänomene auf, die nicht aus der Betrachtung einzelner Webseiten erklärbar sind. Neue, komplexere Muster entstehen quasi evolutionär (für eine visuelle Darstellung der Evolution als Prozess fortschreitender Komplexität siehe Conway's Game of Life). Das Internet erhält dieser Sichtweise zufolge eine Eigendynamik, es entfaltet sich aus dem Zusammenspiel seiner Elemente und ihrer kollektiven Intelligenz heraus.

Fazit: das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.


Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Emergenz

http://www.information-philosophie.de/philosophie/emergenz.html (versch. Theorien der Emergenz)

http://www.helmut-hille-philosophie.de/emergenz.html (Spannungsverhältnis Emergenztheorie -wissenschaftlicher Reduktionismus)

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