Zentrale Begriffe der Cultural Studies

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Die Hauptvertreter der Cultural Studies

Grundgedanken der Cultural Studies

Zentrale Begriffe der Cultural Studies

Literatur Cultural Studies


Zentrale terminologische Kategorien der Cultural Studies sind die Begriffe:

  • Text
  • Lesen
  • Schreiben
  • Kontext


Die Termini Lesen, Schreiben und Text haben, wie auch die Urform des Cultural-Studies-Ansatzes selbst, ihre Wurzeln in der Literaturwissenschaft und sind vielseitig anwendbar.


  • Die zu analysierenden kulturellen Phänomene und Produkte – und damit auch die Medieninhalte – werden aus Gründen der theoretischen Abstraktion immer als Texte behandelt. (Zeichentheorien der Medien)
  • Die Produktion, wie auch die Rezeption stehen für den Vorgang des Lesens. Lesen wird also nicht nur als Rezeption oder Wissens- bezw. Informationsaufnahme definiert, sonder in sich selbst als Produktonsakt, der in die sozialen Strukturen des Alltags eingebettet ist.
  • Der Prozess der Zirkulation bzw. Distribution fur jenen des Schreibens.
  • Der Kontext schliesst sämtliche oben genannten Prozesse mit ein und ist darüber hinaus sowohl von unmittelbaren, aktuellen Situationen als auch von den größeren historischen Zusammenhängen beienflusst.




Halls Modell des „Encoding/Decoding“

Ziel ist es herauszufinden, welche ideologische Macht Medien ausüben können.

Codierung und Decodierung müssen nicht symmetrisch sein, d. H., das Publikum muss nicht notwendigerweise die gleiche Bedeutung wie das Medienunternehmen produzieren.

Ein entscheidendes Merkmal des „Encoding/Decoding“ Modells besteht in der Annahme, dass ein Mediendiskurs zur selben Zeit von der Medieninstitution und vom Publikum produziert wird.


Bild:encoding decoding.jpg


Konzept des Codes

Ein Code wird demnach als ein System verstanden, in dem Zeichen nach Regeln organisiert sind und das die Beziehungen der Zeichen untereinander bestimmt.

Es gibt nach Hall drei unterschiedliche Lesearten der Rezipienten auf der Decodierungsseite (d.h. auf der Publikumsseite) = Idealtypische Lesearten 1. Die Vorzugslesart (stimmt mit dem herrschenden ideologischen System überein) 2. Die ausgehandelte Lesart 3. Die Oppositionelle Lesart Wie würde das Plenum das ansehen? Hall sucht einen Mittelweg. (Der Bedeutungsrahmen für Ereignisse, die die Medien bereitstellen, für viele Zuschauer of die einzigen sind, die ihnen zur Verfügung stehen.)

Macht lokalisiert Hall zunächst auf seiten der Encodierung. Zwar werden die Bedeutungen dem Publikum nicht aufgezwungen, sondern lediglich vorgeschlagen, dieses befindet sich aber nicht in der gleichen Machtposition wie die Medienmacher, und die Kontrolle über den Signifikationsapparat der Medien führt automatisch zu einem bestimmenden Einfluss auf die Decodierung. Mediale Botschaften sind immer polysem strukturiert, ein Gesichtspunkt, der für die Medienforschung der Cultural Studies wegweisend wurde. Texte können immer anders interpretiert werden, was nicht bedeutet, dass sie gänzlich offen sind. Übertragen auf den Bereich der Massenkommunikation bedeutet dies, dass jede Komponente im Prozess der Kommunikation, „encoding“ und „decoding“, als Artikulation begriffen werden muss , als relativ autonomes Geschehen, von dem nicht automatisch der nächste Schritt abgelesen werden kann.

Hall versteht einerseits das „e/d“-Modell als vorläufig und andererseits ist er der Auffassung, dass die beschriebenen Decodierungspositionen keine soziologischen Beschreibungskategorien darstellen.



von Martin Dorst

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